Ob Verkehrsunfall, Verletzung im Hotel oder Unfall bei einer Sehenswürdigkeit: Nach einem Unfall in New York gilt US-Recht. Lesen Sie, was deutsche Besucher über Schadensersatz, Fristen und ihre rechtlichen Möglichkeiten wissen sollten.

Unfall in New York während einer Reise: Ihre Rechte auf Schadensersatz nach US-Recht

Wenn Sie als Besucher in New York verletzt wurden

New York gehört zu den meistbesuchten Reisezielen der USA. Millionen Menschen aus Deutschland und anderen Ländern besuchen jedes Jahr New York City, die Niagarafälle, die Strände von Long Island oder andere bekannte Orte im Bundesstaat. Wenn es während einer Reise zu einem Unfall kommt, gelten jedoch nicht automatisch deutsche Rechtsregeln.

Bei Personenschäden oder tödlichen Unfällen innerhalb New Yorks richtet sich die Haftung grundsätzlich nach dem Recht des Bundesstaates New York. Dies gilt unabhängig davon, ob die verletzte Person dauerhaft in Deutschland lebt oder nur vorübergehend als Tourist, Geschäftsreisender oder Besucher vor Ort war.

Ob der Unfall in Manhattan, Brooklyn, Buffalo, Albany, Rochester oder an bekannten Orten wie dem Times Square, dem Central Park, der Freiheitsstatue oder den Niagarafällen passiert ist, bestimmen die Gesetze von New York die rechtlichen Möglichkeiten, Fristen und Ansprüche.

Für wen diese Informationen relevant sind

Diese Informationen betreffen Besucher, die sich zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich in New York aufgehalten haben. Dazu gehören insbesondere:

• Touristen aus Deutschland und anderen Ländern
• Urlauber und Geschäftsreisende
• Besucher von Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten
• Personen, die in Hotels, Ferienunterkünften oder öffentlichen Einrichtungen verletzt wurden

Die Regelungen gelten nicht für Unfälle, die außerhalb von New York passiert sind, auch wenn die verletzte Person später in Deutschland oder ein anderes Land zurückkehrt.

Bei bestimmten Situationen können zusätzliche rechtliche Vorschriften gelten, beispielsweise bei Unfällen auf Bundesgelände, bei staatlich verwalteten Einrichtungen oder bei Vorfällen im Zusammenhang mit internationalem Transport, Schifffahrt oder öffentlichen Verkehrssystemen.

Welche Fristen nach einem Unfall in New York gelten

Nach dem Recht von New York gilt grundsätzlich eine Frist von drei Jahren ab dem Unfallzeitpunkt für die meisten Personenschadenklagen. Ansprüche wegen eines tödlichen Unfalls müssen grundsätzlich innerhalb von zwei Jahren nach dem Tod geltend gemacht werden.

Wer diese gesetzlichen Fristen versäumt, kann seinen Anspruch dauerhaft verlieren.

Besondere Anforderungen gelten bei Ansprüchen gegen öffentliche Stellen. Wenn beispielsweise eine Stadt, eine Behörde oder ein öffentliches Verkehrssystem verantwortlich sein könnte, muss häufig innerhalb von 90 Tagen eine sogenannte Notice of Claim eingereicht werden. Wird diese Frist nicht eingehalten, kann dies die Durchsetzung eines Anspruchs verhindern.

Bei Verkehrsunfällen gelten zusätzlich besondere Regelungen des New Yorker Versicherungssystems, die beeinflussen können, welche Schäden geltend gemacht werden können.

Warum schnelles Handeln nach einem Unfall entscheidend ist

Viele Besucher verlassen New York bereits wenige Tage nach einer Verletzung. Dadurch können wichtige Beweise verloren gehen.

Hotels, Restaurants, Geschäfte, U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Orte speichern Überwachungsvideos häufig nur für begrenzte Zeit. Aufnahmen können automatisch gelöscht werden, bevor eine Untersuchung eingeleitet wird.

Auch die Bedingungen am Unfallort können sich schnell verändern. Reparaturen, Reinigungsarbeiten, Wetter oder der starke Verkehr in Städten wie New York City können dazu führen, dass wichtige Beweise später nicht mehr vorhanden sind.

Deshalb sind Fotos vom Unfallort, medizinische Unterlagen, Zeugenkontakte und offizielle Unfallberichte besonders wichtig.

Häufige Unfallarten für Besucher in New York

Besucher können in New York in vielen unterschiedlichen Situationen verletzt werden. Häufige Fälle betreffen:

• Unzureichende Sicherheitsmaßnahmen in Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Nachtclubs oder Parkhäusern, die zu Überfällen oder anderen Gewaltdelikten führen können

• Gefährliche Zustände auf Grundstücken wie rutschige Böden, defekte Treppen, beschädigte Geländer, mangelhafte Beleuchtung oder gefährliche Gehwege

• Bauunfälle mit herabfallenden Gegenständen, unsicheren Gerüsten oder schlecht abgesicherten Baustellen, insbesondere in dicht bebauten Bereichen von New York City

• Unfälle im öffentlichen Nahverkehr, darunter Vorfälle in U-Bahn-Stationen, Bussen oder anderen Verkehrseinrichtungen

• Verkehrsunfälle mit Mietwagen, Taxis, Fahrdiensten wie Rideshare-Anbietern, Lieferfahrzeugen oder Lastwagen

In jedem Fall muss nachgewiesen werden, dass eine verantwortliche Partei eine Sorgfaltspflicht hatte, diese verletzt wurde und dadurch ein rechtlich ersatzfähiger Schaden entstanden ist.

Schwere Verletzungen und Ansprüche nach einem tödlichen Unfall

Personenschadenfälle in New York betreffen häufig schwere Verletzungen wie:

• traumatische Hirnverletzungen
• Rückenmarksverletzungen
• Knochenbrüche
• innere Verletzungen
• schwere orthopädische Schäden
• tödliche Verletzungen

Nicht jeder kleinere Unfall führt automatisch zu einem wirtschaftlich sinnvollen Gerichtsverfahren. Die Kosten für medizinische Gutachten, Ermittlungen und Gerichtsverfahren müssen in einem angemessenen Verhältnis zur möglichen Entschädigung stehen.

Bei tödlichen Unfällen gelten besondere gesetzliche Regeln. Ansprüche müssen durch gesetzlich berechtigte Vertreter des Nachlasses oder andere zugelassene Personen nach dem Recht von New York geltend gemacht werden.

Welche Entschädigung nach einem Unfall in New York möglich ist

Nach einem Unfall in New York können je nach Situation verschiedene Schadenspositionen geltend gemacht werden. Dazu gehören insbesondere:

• medizinische Behandlungskosten und zukünftige Gesundheitsausgaben
• Verdienstausfall und finanzielle Nachteile durch die Verletzung
• bestimmte nicht wirtschaftliche Schäden wie Schmerzen und Leiden
• weitere gesetzlich anerkannte Schadenspositionen abhängig von den Umständen des Falls

Bei Verkehrsunfällen gelten in New York besondere Regelungen durch das sogenannte No-Fault-Versicherungssystem. Dieses System kann beeinflussen, welche Ansprüche direkt über Versicherungen abgewickelt werden und wann zusätzliche Schadensersatzforderungen möglich sind. Insbesondere bei nicht wirtschaftlichen Schäden müssen häufig bestimmte gesetzliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Die tatsächlich verfügbare Entschädigung hängt außerdem von der Versicherungssituation der verantwortlichen Partei ab. Bei Hotels, Unternehmen, Verkehrsanbietern, Grundstückseigentümern oder anderen Beteiligten können bestehende Versicherungssummen die maximale Auszahlung begrenzen.

Mitverschulden und Einfluss auf Ihren Anspruch

New York folgt dem Prinzip der vergleichenden Fahrlässigkeit. Das bedeutet, dass die Verantwortung aller Beteiligten an einem Unfall bewertet werden kann.

Wenn eine verletzte Person teilweise selbst zu dem Unfall beigetragen hat, wird die mögliche Entschädigung entsprechend dem festgestellten Anteil der Verantwortung reduziert.

Beispielsweise kann ein Anspruch auch dann bestehen bleiben, wenn der Besucher teilweise für den Unfall mitverantwortlich war. Die Höhe der Entschädigung kann jedoch entsprechend angepasst werden.

Diese Bewertung hängt stark von den konkreten Umständen ab, weshalb eine genaue Prüfung der Beweise und des Unfallhergangs entscheidend ist.

Wie ein Rechtsstreit in New York abläuft

Eine Personenschadenklage in New York erfordert die Einhaltung verschiedener rechtlicher und verfahrensrechtlicher Anforderungen. Dazu gehören unter anderem:

• Einreichung der erforderlichen Klageschriften
• ordnungsgemäße Zustellung an die verantwortlichen Parteien
• Austausch von Beweisen im Rahmen des sogenannten Discovery-Verfahrens
• Vorlage von Sachverständigengutachten, wenn diese erforderlich sind
• Vorbereitung auf Gerichtsverfahren und Verhandlungen

Die verletzte Person muss nachweisen, dass die andere Partei fahrlässig gehandelt hat und dass diese Fahrlässigkeit die Verletzung verursacht hat.

Gerade bei Unfällen in stark frequentierten Gebieten wie New York City werden Haftung, Ursache und Schadenshöhe häufig intensiv bestritten. Deshalb spielen Beweise wie medizinische Unterlagen, Zeugenaussagen, Fotos und Expertenmeinungen eine wichtige Rolle.

Erfolgshonorar

Personenschaden- und Todesfallansprüche werden bei Urban Thier & Federer P.A. auf Erfolgsbasis geführt. Die Anwaltsvergütung wird ausschließlich im Erfolgsfall aus der erzielten Entschädigung gezahlt. Dieses Modell verlagert das finanzielle Risiko der Ermittlungen, Gutachten und des Verfahrens auf die Kanzlei, setzt jedoch voraus, dass Schadenhöhe, Haftungslage und verfügbare Versicherungssummen eine wirtschaftlich sinnvolle Durchsetzung erlauben.

Warum internationale Besucher besondere rechtliche Unterstützung benötigen

Ein Unfall in New York kann für Besucher aus Deutschland besonders komplex sein. Neben der Sprachbarriere unterscheiden sich auch die rechtlichen Abläufe deutlich vom deutschen Rechtssystem.

Während deutsche Besucher möglicherweise nach Deutschland zurückkehren, müssen wichtige rechtliche Schritte weiterhin nach den Vorgaben von New York durchgeführt werden. Dazu gehören Fristen, Beweissicherung, Kommunikation mit Versicherungen und gegebenenfalls gerichtliche Verfahren.

Eine frühzeitige rechtliche Bewertung kann helfen zu klären, welche Ansprüche bestehen, welche Fristen einzuhalten sind und ob eine Durchsetzung wirtschaftlich sinnvoll ist.