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Bei der Arbeit verletzt? So schützen Expats ihre Rechte in den USA

Author

John L Urban

Veröffentlicht

12.03.2026

Court Settlement

Für ausländische Arbeitnehmer in den USA kann eine arbeitsbedingte Verletzung eine belastende und unsichere Situation sein, insbesondere wenn medizinische Versorgung und aufenthaltsrechtliche Fragen gleichzeitig geklärt werden müssen. Unabhängig davon, ob Sie sich mit einem H-1B-, L-1-, TN- oder einem anderen Arbeitsvisum im Land aufhalten, haben Sie Rechte, wenn Sie bei der Arbeit verletzt werden. Das US-amerikanische System der Workers’ Compensation gilt grundsätzlich für Arbeitnehmer unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Das bedeutet: Wenn Sie sich bei der Ausübung Ihrer beruflichen Tätigkeit verletzen, haben Sie in der Regel Anspruch auf medizinische Behandlung und auf Ersatz für entgangenen Lohn. Selbstständige Auftragnehmer sowie bestimmte Visumskategorien, etwa J-1-Praktikanten oder saisonale H-2B-Arbeitskräfte, sind jedoch je nach Bundesstaat und Vertragsgestaltung nicht automatisch abgesichert. Deshalb ist es entscheidend zu wissen, ob Ihr Visum und Ihre Tätigkeit diesen Schutz bieten, und jede Verletzung am Arbeitsplatz umgehend zu melden, um Ihre rechtlichen Möglichkeiten zu wahren.

Eine der größten Sorgen ausländischer Arbeitnehmer ist, wie sich eine Verletzung auf den Aufenthalt in den USA und den Visastatus auswirken kann. Arbeitsvisa sind meist an ein konkretes Beschäftigungsverhältnis gebunden. Kann eine Verletzung die Arbeitsfähigkeit einschränken, kann das den rechtmäßigen Aufenthalt gefährden. Manche Arbeitgeber ermöglichen leichtere Tätigkeiten, andere beenden das Arbeitsverhältnis, wenn die ursprünglichen Aufgaben nicht mehr erfüllt werden können. Das ist besonders problematisch für Inhaber von H-1B- und L-1-Visa, deren Status direkt an den Arbeitgeber gekoppelt ist. In bestimmten Fällen besteht Anspruch auf unbezahlten, aber geschützten Urlaub nach dem Family and Medical Leave Act (FMLA), der vorübergehend den Arbeitsplatz sichern kann. Eine Verlängerung des Visastatus über dessen reguläres Ablaufdatum hinaus ist damit jedoch nicht verbunden. Eine frühzeitige rechtliche Beratung ist daher wichtig, um mögliche alternative Visalösungen zu prüfen, falls die weitere Beschäftigung unsicher wird.

Trotz dieser Herausforderungen sollten verletzte ausländische Arbeitnehmer aus Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen weder auf medizinische Hilfe noch auf rechtliche Unterstützung verzichten. Im Ausland geborene Beschäftigte stellen etwa 15 Prozent der US-Arbeitskräfte, sind aber an rund 18 Prozent der tödlichen Arbeitsunfälle beteiligt. Das zeigt, dass sie häufig risikoreichere Tätigkeiten ausüben. Arbeitgeber und Versicherungen dürfen rechtlich nicht gegen Arbeitnehmer vorgehen, nur weil diese einen Anspruch geltend machen. Die Inanspruchnahme von Leistungen wirkt sich nicht automatisch auf Visaverlängerungen oder Green-Card-Anträge aus. Wichtig ist jedoch, alle Meldefristen einzuhalten, sorgfältige medizinische Unterlagen zu führen und sich von einem Anwalt beraten zu lassen, der sowohl das Arbeitsunfallrecht als auch das Einwanderungsrecht kennt. Wer seine Rechte und Optionen versteht, schützt sowohl die eigene Gesundheit als auch die Zukunft in den USA.

Bei Urban Thier & Federer, P.A. unterstützen wir ausländische Arbeitnehmer seit vielen Jahren dabei, komplexe rechtliche Fragen nach Arbeitsunfällen oder anderen Verletzungen zu bewältigen. Unser Team verfügt über umfassende Erfahrung im Personenschadensrecht und im Einwanderungsrecht. So stellen wir sicher, dass unsere Mandanten die ihnen zustehende Entschädigung erhalten und zugleich ihr Visum geschützt bleibt. Wenn Sie oder ein Angehöriger in den USA bei der Arbeit verletzt wurden, kontaktieren Sie uns noch heute für eine Beratung. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Rechte und Ihre Zukunft zu sichern.

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Artikel von Urban Thier & Federer