Häufige Verstöße gegen Lkw-Vorschriften und ihre Bedeutung für Ihr Personenschadensverfahren
Author
John L. Urban
Veröffentlicht
08.12.2025

Court Settlement
Um einen starken Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld durchzusetzen, ist es entscheidend nachzuweisen, dass der Lkw-Fahrer tatsächlich fahrlässig gehandelt hat und dass diese Fahrlässigkeit die rechtliche bzw. sogenannte „unmittelbare“ (proximate) Ursache Ihrer Verletzungen war. In Fällen von Lkw-Unfällen gilt: Können Sie belegen, dass der Fahrer gegen bundes- oder landesrechtliche Vorschriften verstoßen hat, verfügen Sie über ein sehr wirksames Mittel, um Fahrlässigkeit nachzuweisen und Ihren Fall zu gewinnen. Gerichte werten solche Verstöße häufig als eindeutigen und unmissverständlichen Beweis für Fahrlässigkeit. Zusätzliche Beweise für weiteres Fehlverhalten stärken Ihren Anspruch zwar weiter, doch Verstöße gegen bundes- oder landesrechtliche Vorschriften können bereits einen nahezu „automatischen“ Erfolg bedeuten.
Vorschriften für 18-Wheeler (Sattelzüge)
Die zwei Vorschriften für Sattelzüge, gegen die am häufigsten verstoßen wird, betreffen den kommerziellen Führerschein (Commercial Driver’s License, CDL) und die Fahrten- bzw. Logbücher.
Kommerzieller Führerschein (CDL)
Fahrer von gewerblichen Sattelzügen sind verpflichtet, über eine gültige CDL zu verfügen. Um eine CDL zu erhalten, schreibt das US-Verkehrsministerium (United States Department of Transportation, US DOT) vor, dass Lkw-Fahrer eine Reihe spezieller Prüfungen bestehen müssen, die auf den gewerblichen Güterverkehr zugeschnitten sind. Die konkreten gesetzlichen Regelungen können sich von Bundesstaat zu Bundesstaat leicht unterscheiden, müssen jedoch stets den bundesrechtlichen DOT-Vorschriften und den einschlägigen Bestimmungen des Code of Federal Regulations (CFR) entsprechen, darunter unter anderem: 49 CFR 382, 49 CFR 385, 49 CFR 3890, 49 CFR 391, 49 CFR 392, 49 CFR 393, 49 CFR 394, 49 CFR 395, 49 CFR 396 und 49 CFR 397. Wie streng die Prüfungen sind, hängt vom Gewicht des Lkw, der Zugmaschine oder des Anhängers ab – je größer und schwerer das Fahrzeug, desto strenger die Anforderungen.
Die zugehörigen Vorschriften verlangen, dass Lkw-Fahrer umfassende Kenntnisse und Fähigkeiten in mehreren Bereichen nachweisen, unter anderem:
- Parken, Rangieren und Rückwärtsfahren
- Wartung von Reifen, Beleuchtung, Motor, Bremsen, Warntafeln usw.
- Beherrschung der vorgeschriebenen Abfahrtskontrolle (Pre-Trip Inspection)
- Verfahren und Vorschriften zur Beförderung und Sicherung gefährlicher Güter
Neben dem Erwerb der CDL müssen gewerbliche Lkw-Fahrer außerdem Drogentests sowie eine medizinische Untersuchung bestehen, um sicherzustellen, dass sie körperlich in der Lage sind, einen 18-Wheeler oder ein anderes Nutzfahrzeug sicher zu führen.
Fahrtenbücher (Log Books)
Fahrer von Sattelzügen oder anderen gewerblichen Fahrzeugen sind verpflichtet, Fahrtenbücher zu führen, in denen unter anderem folgende Angaben dokumentiert werden:
- Die tägliche Anzahl der Fahr- und Ruhezeiten. In der Regel dürfen gewerbliche Lkw-Fahrer bis zu 11 Stunden pro Tag fahren, gefolgt von mindestens 10 Stunden Ruhezeit. Mehr als 60 Fahrstunden innerhalb von sieben Tagen oder 70 Stunden innerhalb von acht Tagen zu fahren, ist in der Regel gesetzlich verboten. Diese Regelungen ergeben sich aus den einschlägigen Bestimmungen des Code of Federal Regulations und werden unter anderem im „Interstate Truck Driver’s Guide to Hours of Service“ der Federal Motor Carrier Safety Administration zusammengefasst.
- Das Kalenderdatum, an dem die aktuelle Ladung übernommen wurde
- Das Gewicht des Fahrzeugs (Lkw, Zugmaschine und/oder Anhänger) vor und nach dem Beladen
- Das Ziel der Ladung
- Das Lieferdatum
Weitere Beweise für Fahrlässigkeit
Abhängig von den Umständen Ihres Falls gibt es weitere Möglichkeiten, die Stärke und Glaubwürdigkeit Ihres Schadensersatzanspruchs zu untermauern. Dabei handelt es sich um eher klassische Methoden, um sowohl Fahrlässigkeit als auch den sogenannten unmittelbaren Kausalzusammenhang (proximate cause) nachzuweisen. „Unmittelbare Ursache“ bedeutet im Kern, dass das fahrlässige Verhalten des Sattelzugfahrers der vorhersehbare und logische Grund für den Unfall war. Anders ausgedrückt: Der Unfall wäre ohne das fahrlässige Handeln des Lkw-Fahrers nicht passiert. Die Fahrlässigkeit des Fahrers war somit die direkte, unmittelbare Ursache des Unfalls und der von Ihnen erlittenen Verletzungen.
„Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Durch ihn wird kein Mandatsverhältnis zwischen Anwalt und Mandant begründet.“

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