Anruf der Versicherung nach einem Unfall in den USA: Richtig reagieren
Author
John L Urban
Veröffentlicht
02.08.2026

Court Settlement
Nach einem Unfall in den USA meldet sich häufig schon nach wenigen Tagen die Versicherung. Doch Vorsicht: Was Sie in diesem ersten Gespräch sagen, kann später erhebliche Auswirkungen auf Ihren Schadensersatzanspruch haben. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie nicht verpflichtet sind, sofort eine ausführliche oder aufgezeichnete Aussage abzugeben. Auch vorschnelle Vergleiche oder unbedachte Äußerungen können sich nachteilig auswirken. In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Sie auf den Anruf eines Versicherungsregulierers richtig reagieren, welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie Ihre Rechte nach einem Unfall in den USA bestmöglich schützen.
Anruf von der Versicherung nach einem Unfall in den USA: So reagieren Sie richtig
Nach einem Unfall in den USA meldet sich häufig schon nach wenigen Tagen ein Versicherungsregulierer (Insurance Adjuster). Das Gespräch wirkt oft freundlich und unverbindlich. Viele Betroffene haben den Eindruck, der Anrufer wolle lediglich helfen.
Wichtig ist jedoch zu wissen: Der Versicherungsregulierer arbeitet für die Versicherungsgesellschaft. Seine Aufgabe besteht darin, den Schaden zu prüfen und den Anspruch im Interesse der Versicherung zu bearbeiten. In vielen Fällen bedeutet das auch, die Auszahlung möglichst gering zu halten.
Wie Sie dieses erste Gespräch führen, kann sich erheblich auf Ihren späteren Schadensersatzanspruch auswirken.
Bleiben Sie ruhig und beschränken Sie sich auf grundlegende Angaben
Sie sind nicht verpflichtet, sofort alle Fragen zu beantworten. Betrachten Sie das Gespräch als geschäftlichen Kontakt und nicht als lockere Unterhaltung.
Bitten Sie zunächst um:
- den vollständigen Namen des Sachbearbeiters,
- die Versicherungsgesellschaft,
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse,
- sowie die Schadennummer.
Lassen Sie sich außerdem bestätigen, auf welchen Unfall sich der Anruf bezieht.
Sie können ohne Weiteres Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten bestätigen sowie angeben, dass sich der Unfall ereignet hat. Mehr müssen Sie zu diesem Zeitpunkt in der Regel nicht erklären.
Eine mögliche Antwort lautet:
„Ich verschaffe mir derzeit noch einen Überblick über die Situation und werde mich rechtlich beraten lassen. Meine Kontaktdaten bestätige ich gerne, möchte derzeit jedoch keine ausführliche Aussage machen.“
Geben Sie keine aufgezeichnete Aussage ab
Häufig wird bereits zu Beginn gefragt, ob das Gespräch aufgezeichnet werden darf.
Sie sind gegenüber der gegnerischen Versicherung normalerweise nicht verpflichtet, einer Tonaufzeichnung zuzustimmen.
Eine aufgezeichnete Aussage kann später beispielsweise dazu verwendet werden,
- kleinere Widersprüche zwischen verschiedenen Aussagen hervorzuheben,
- frühe Einschätzungen über Ihre Verletzungen gegen Sie zu verwenden,
- oder Ihnen eine Mitschuld am Unfall zuzuschreiben.
Sie können höflich antworten:
„Ich möchte derzeit keine aufgezeichnete Aussage machen. Bevor ich mich ausführlich äußere, möchte ich zunächst mit meinem Anwalt sprechen.“
Äußern Sie sich nicht zu Schuldfragen oder zum Umfang Ihrer Verletzungen
Viele Verletzte möchten höflich sein und machen dabei unbedacht Aussagen, die später gegen sie verwendet werden können.
Vermeiden Sie deshalb Formulierungen wie:
- „Mir geht es eigentlich ganz gut.“
- „Vielleicht war ich etwas zu schnell.“
- „Ich hätte besser aufpassen müssen.“
Auch Spekulationen darüber, wer Vorfahrt hatte oder wie schnell gefahren wurde, sollten Sie vermeiden, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Ebenso sollten Sie Ihre Verletzungen in den ersten Tagen nicht abschließend bewerten. Viele Beschwerden entwickeln sich erst Stunden oder sogar Tage nach dem Unfall.
Sie können stattdessen sagen:
„Ich werde derzeit ärztlich untersucht und kann den Umfang meiner Verletzungen noch nicht abschließend beurteilen.“
Unterschreiben Sie nichts vorschnell
Versicherungen bieten teilweise sehr früh eine Einigung an oder schicken Schweigepflichtentbindungen und andere Dokumente zur Unterschrift.
Seien Sie hier besonders vorsichtig.
Eine umfassende Schweigepflichtentbindung kann der Versicherung Zugriff auf ältere Krankenunterlagen ermöglichen. Außerdem werden frühe Vergleichsangebote häufig unterbreitet, bevor das tatsächliche Ausmaß der Verletzungen feststeht.
Ist eine Abfindung erst einmal unterschrieben, lassen sich später meist keine weiteren Ansprüche geltend machen, selbst wenn sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert.
Eine sichere Antwort ist:
„Ich werde keine Unterlagen unterschreiben oder über eine Einigung sprechen, bevor ich diese mit meinem Anwalt geprüft habe.“
Dokumentieren Sie alle Kontakte
Führen Sie von Anfang an sorgfältige Unterlagen.
Notieren Sie insbesondere:
- Datum und Uhrzeit jedes Telefonats,
- Namen der Ansprechpartner,
- den Inhalt der Gespräche,
- sämtliche E-Mails und Schreiben,
- Arzttermine,
- Diagnosen,
- Medikamente,
- Verdienstausfälle,
- sowie alle weiteren Ausgaben im Zusammenhang mit dem Unfall.
Diese Informationen können später von großer Bedeutung sein.
Verweisen Sie auf Ihren Anwalt
Sobald Sie anwaltlich vertreten werden, sollte die Kommunikation grundsätzlich über Ihren Rechtsanwalt erfolgen.
Sie können einfach sagen:
„Ich werde in dieser Angelegenheit anwaltlich vertreten. Bitte richten Sie alle weiteren Fragen direkt an meinen Anwalt.“
Dadurch vermeiden Sie Missverständnisse und stellen sicher, dass Ihre Interessen professionell vertreten werden.
Wenn Sie unsicher sind: Beenden Sie das Gespräch höflich
Sie müssen keine schwierigen Fragen sofort beantworten.
Falls Sie sich unter Druck gesetzt fühlen oder unsicher sind, können Sie das Gespräch jederzeit freundlich beenden.
Zum Beispiel:
- „Dazu möchte ich mich derzeit nicht äußern.“
- „Ich werde Ihre Fragen zunächst prüfen und mich später melden.“
- „Bevor ich weitere Angaben mache, werde ich mich anwaltlich beraten lassen.“
Eine kurze Bedenkzeit kann verhindern, dass unüberlegte Aussagen später gegen Sie verwendet werden.
Fazit
Der erste Anruf einer Versicherung nach einem Unfall wirkt oft harmlos, kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf Ihren Schadensersatzanspruch haben.
Deshalb gilt:
- Machen Sie nur die notwendigsten Angaben.
- Stimmen Sie keiner aufgezeichneten Aussage zu.
- Unterschreiben Sie nichts vorschnell.
- Nehmen Sie keine schnelle Einigung an.
- Lassen Sie sich möglichst früh rechtlich beraten.
Urban Thier & Federer, P.A. unterstützt internationale Mandanten nach Unfällen in den gesamten USA. Wir übernehmen die Kommunikation mit Versicherungen, schützen unsere Mandanten vor nachteiligen Aussagen und setzen uns dafür ein, dass berechtigte Ansprüche vollständig durchgesetzt werden.



















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